Das Warum einer Mozartschen
Festspielwoche in Rovereto
Die wenigen Stunden, die
Mozart in Rovereto verbrachte, hätten ihn zu einem der üblichen
Wanderer , auf der Durchreise nach Italien, prägen können.
Aber Mozart gelang es, in der knappen Zeit, die ihm zur Verfügung
stand, nicht nur zahlreiche Freunde zu gewinnen, sondern auch leidenschaftliche
Bewunderung bei der Bevölkerung hervorzurufen. Zu dieser Zeit
war Rovereto eine blühende Handelsstadt, die vorallem von der
Seidenproduktion lebte und von Maria Theresa und später von
ihrem Sohne Josef den II., tatvolle Unterstützung erhielt.
Am 26. Dezember 1769 lud der damalige italienische Grenzkommissar
Giuseppe Cristiani Rall die Familie Mozart ein, den adeligen Familien
der Stadt, unter ihnen Graf Lodron, Giacomo Antonio Bridi und der
Baron Todeschi, in dessen Palast sich heute der Sitz des Festival
Mozart befindet, einen Besuch abzustatten. Die Familie Mozart sagte
gerne zu und der junge Amadeus musizierte bei diesem Anlass in ganz
privatem Rahmen in den Palästen des Stadtadels. Zu einem öffentlichen
Auftritt kam es anlässlich eines Konzertes in der Kirche von
S. Marco in Rovereto, wo der kleine Mozart großen Beifall
seitens der Roveretaner ernten konnte. Dieses Ereigniss prägte
die Stadt Rovereto und ihre Einwohner bis in unsere Tage und nicht
zuletzt wurde aus diesen Erinnerungen heraus die Idee zu einem "Internationalen
Mozart Festival" geboren. Dieses Festival sollte jene Atmosphäre
widerspiegeln, die man damals, im 17. Jahrhundert, im Theater Zandonai
und in den Palästen der Stadt erlebte.
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